Kurz gesagt: Trag sie, zieh sie über die Krone auf, wenn sie ein paar Tage nicht am Handgelenk war, stell das Datum nicht zwischen 21 und 3 Uhr, und öffne die Krone nie unter Wasser. Das sind neunzig Prozent der Pflege.
Eine Automatikuhr ist ein mechanisches Gerät mit einigen hundert Teilen, die sich achtmal pro Sekunde bewegen. Sie steckt erstaunlich viel weg — ein paar Gewohnheiten verlängern ihr Leben aber um Jahre.
Aufziehen
Trägst du die Uhr täglich, zieht sie sich selbst auf — der Rotor im Werk dreht sich mit der Bewegung des Handgelenks. Die Gangreserve unserer Werke liegt bei rund 41 Stunden: Eine abends abgelegte Uhr läuft am nächsten Abend noch.
Lag sie ein paar Tage und ist stehengeblieben, zieh sie vor dem Tragen von Hand auf: Krone lösen beziehungsweise in die erste Position ziehen und etwa dreißigmal drehen. Überziehen kannst du sie nicht — das Werk hat eine Gleitzugfeder, die genau das verhindert.
Datum stellen
Das ist die eine Regel, die sich wirklich zu befolgen lohnt. Etwa zwischen 21 und 3 Uhr ist die Datumsmechanik im Eingriff und bereitet den Sprung vor. Stellst du das Datum in diesem Fenster über die Krone, kann ein Zahn abbrechen.
Musst du das Datum abends stellen, dreh die Zeiger zuerst auf eine Nachmittagsstunde, stell das Datum, und erst danach die richtige Zeit.
Wasser
Die Wasserdichtigkeit steht bei jeder Uhr in den Spezifikationen. 3 ATM heißt Spritzer und Regen, nicht Schwimmen. 10 ATM heißt, du kannst damit schwimmen.
Zwei Dinge gelten unabhängig von der Angabe: Die Krone muss vollständig verschraubt beziehungsweise eingedrückt sein, bevor die Uhr Wasser berührt, und heißes Wasser ist kein Freund von Dichtungen. Duschen und Sauna führen weit häufiger zu Feuchtigkeit im Gehäuse als Schwimmen.
Magnetismus und Stöße
Ein mechanisches Werk kann sich magnetisieren, wenn die Uhr lange auf einem Lautsprecher, einer Tasche mit Magnetverschluss oder neben einem Laptop liegt. Das Anzeichen: Die Uhr geht plötzlich mehrere Minuten pro Tag vor. Das ist kein Defekt — ein Uhrmacher entmagnetisiert sie in einer Minute.
Ein Sturz auf harten Boden ist ernster. Saphirglas ist extrem kratzfest, aber nicht schlagfest gegen spitze Winkel.
Reinigen
Gehäuse und Metallarmband mit einem weichen Tuch abwischen, gelegentlich leicht feucht. Zwischen den Gliedern sammelt sich eine Mischung aus Schweiß und Handcreme; eine weiche Zahnbürste und ein Tropfen Seife lösen sie, danach gut trocknen.
Lederarmbänder nicht durchnässen. Leder wird nach einigen Monaten weicher und dunkler — das ist normal. Reißt es an den Löchern ein, tausch es aus.
Service
Ein mechanisches Werk wird etwa alle fünf bis sieben Jahre gewartet: zerlegt, gereinigt, neu geölt und reguliert. Anzeichen, dass es früher so weit ist: deutliches Vor- oder Nachgehen, eine hakende Krone und eine plötzlich viel kürzere Gangreserve.
Auf jede Uhr geben wir zwei Jahre Garantie auf Werk und Verarbeitung. Du kannst die Garantie verlängern — auf drei, vier oder fünf Jahre.
Häufige Fragen
Brauche ich einen Uhrenbeweger?
Nein. Ein Beweger ist Bequemlichkeit, keine Notwendigkeit — sinnvoll, wenn du mehrere Uhren hast und nicht jede neu stellen willst. Der Uhr selbst nützt er nichts.
Wie viele Sekunden pro Tag darf die Uhr abweichen?
Bei Werken dieser Klasse sind -20 bis +40 Sekunden pro Tag normal. Eine Uhr, die täglich eine halbe Minute nachgeht, arbeitet innerhalb der Spezifikation — auch wenn das neben einem Handy nach viel klingt.
Kann ich damit schlafen?
Ja, dem Werk schadet das nicht. Die Gangreserve füllt sich nachts nur weniger auf, weil weniger Bewegung da ist.
Sie ist stehengeblieben, obwohl ich sie getragen habe. Was nun?
Zieh sie zuerst von Hand über die Krone auf und trag sie noch einen Tag. Bleibt sie wieder stehen, liegt es meist an zu wenig Bewegung über den Tag oder das Werk braucht einen Service. Innerhalb der Garantie schreib uns.